Loel Zwecker versucht in seinem aktuellen Roman einen Abriss der Weltgeschichte zu konstruieren, sodass sie für jedermann verständlich und anschaulich nachvollziehbar ist.
Nach einem kurzen Vorwort, welches uns gleichzeitig auch durch die Entwicklung von 2,5 Millionen Jahren führt, geht es direkt weiter mit dem ersten Kapitel der Weltgeschichte: Ägypten und andere Hochkulturen des Nahen Ostens.
Gefolgt von Griechenland und dem Römischen Reich und vielen weiteren großen Kulturen, die die unsere teilweise auch noch heute prägen oder Einzug in den schulischen Geschichtsunterricht gefunden haben, ist dieser Abriss der Weltgeschichte wahrlich stringent und logisch aufgebaut. Jedes Kapitel dieses Buches spiegelt das konsequente Angehen der geschichtlichen Reihenfolge wieder, sodass Verwirrung gar nicht erst entstehen kann. Zudem kommt das kurze Wiederaufnehmen des vorigen Kapitels in das neue hinzu, wodurch sich eine leichtere Verfolgung der Geschehnisse gewährleisten lässt. Hierdurch entsteht der Eindruck, dass der Band nicht nur ein Lehrbuch, sondern eine Art Roman darstellt, was Loel Zwecker sicherlich beabsichtigt hat.
Allgemein gut verständlich geschrieben, teilweise mit Witz zur Auflockerung der Materie, lässt sich Zweckers Buch gut weglesen; sofern man ein wenig geschichtsinteressiert ist. Für andere, die sich von dem Werk einen spannenden und actiongeladenen Roman versprechen, wird dieses Werk unweigerlich enttäuschend sein. Merkmale des Romans hin oder her, es ist und bleibt dennoch eine Quelle zur rein sachlichen Information; besonders geeignet für jene, die es nicht besonders trocken, sondern mit ein wenig Geschmack mögen.
Zweckers Schreibstil ist durchaus auch für eine breitere Masse geeignet, was ja eher selten bei Sachbüchern der Fall ist, dennoch sticht die Art und Weise auch nicht besonders aus dem großen „Einheitsbrei“ hervor. „Was bisher geschah“ ist gut und klar formuliert, man weiß zu jeder Zeit, dass der Autor sich dessen bewusst ist, was er schreibt, dennoch scheint es ein Buch wie jedes andere auch zu sein. Der Stil hat einen Hauch von Professionellität und Leichtigkeit, der aber leider nicht ganz überzeugen kann.
Für den „Einsteiger“ unter den Hobbyhistorikern eignet sich Zweckers Buch wunderbar, er schafft Anreiz und Hunger auf mehr, er regt den Appetit an, sich mit geschichtlichen Dingen zu beschäftigen, aber er kann auch falsche Hoffnungen wecken, dass es Sachbücher geben kann, die in gleichartigem Stil geschrieben seien. Was leider nicht oft der Fall ist.
Im Großen und Ganzen ist dieses Buch für Geschichtsinteressierte empfehlenswert, ist aber auch kein bedeutender Überflieger in der Literatur. Dennoch: Reinschauen lohnt sich, um Geschichte auch einmal von einem anderen Blickwinkel betrachten zu können.
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