Hier ist der Autor definitiv verwirrt! 1/5 Sternen
Christoph Süß, erfolgreicher Kabarettist und Studienabbrecher in Philosophie hat sich sicherlich für den Weg der Medien entschieden, da er scheinbar von der Philosophie nicht angetan war; Karriere hin oder her.
Dies spiegelt sich auch klar in seinem „Werk“ wider, in dem er nicht nur die Philosophie, sondern auch die Religion aufs Korn nimmt.
Ein Reise durch unsere Geschichte bis hin in die Neuzeit wird auch, so muss man es ihm lassen, gut recherchiert und humorvoll, dargestellt, jedoch auf eine fast schon altertümlich wirkende Art und Weise, welches das Lesen nicht zu einem Schmaus, sondern zu einem Graus werden lässt. So handlich und verhältnismäßig kurz es auch verfasst sei, es zieht sich, durch die immer wiederkehrenden Witze sehr in die Länge.
Ironisch solle sein Werk sein, welches es auch sicherlich ist, doch erweckt Süß doch den Eindruck, dass er ein Mensch sei, der mit der Religion wohl so ziemlich auf die Nase gefallen ist und ihr nun gnadenlos die Schuld zuteilt, indem er maßlos über sie her zieht. Religion oder eben hier das Christentum sei eine eigens geschaffene Politik, um die armen Bürger brav unter Kontrolle halten zu können. Aber wo bitte, sind die Beweise dafür? Ein einziger Bereich der Bibel, von Paulus verfasst, soll gänzlich den ganzen Glauben begründen? Hier hätte man sich doch handfestere Gründe statt haltlose Phantastereien gewünscht!
Statt Philosophie erwartet uns geballte Religionskritik, wo Seite für Seite über die Werte hergezogen wird, die unsere heutige Gesellschaft ausmacht. Um es aber nicht zu mittelalterlich klingen zu lassen, packt er, wie er meint, aktuelle Themen oder Diskussionen zwischen die Sätze, die fast gänzlich keine Bezug haben, so wie zum Beispiel seine Stellungnahme dass Gott nicht allmächtig sei, weiß er nur das Beispiel zu nennen, wo er den „immerwährenden Kampf gegen Liberalismus, Homosexualität, die Achse des Bösen und Harry Potter“ aus dem amerikanischen „Bible Belt“ anführt, was nun wirklich keinen Sinn ergibt.
So streckt sich das Buch auch auf der ganzen Länge ganz in dieser Art hin, es gibt weder einen roten Faden noch bodenständige Begründungen oder Nachweise für seine „liebsten Weltanschauungen“.
Letztlich beläuft sich alles darauf, dass Mathematik das einzig Wahre sei.
Abschließend ist zu sagen, dass Christoph Süß für den ausschließlich sehr anspruchslosen Leser ein Werk geschaffen hat, der einer lauen Talkshow auf den privaten Sendern gleichkommt.
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